Freitag der 13.

Rike  / pixelio.de

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Phobien sind keine schöne Sache, denn sie können im Alltag ziemlich nerven. Heute sollten alle, die unter Paraskavedekatriaphobie (Angst vor Freitag dem 13.) leiden, besonders aufmerksam sein, denn es ist wieder einmal soweit. Wahlweise können sich auch alle Betroffenen mit einer Triskaidekaphobie (Angst vor der 13.) angesprochen fühlen. Dass abergläubische Tendenzen ihren Ursprung in längst vergangenen Zeiten haben, ist nicht wirklich neu, bei diesem Phänomen sind die Interpretationsansätze jedoch ganz interessant.

So sollen Adam und Eva an einem Freitag vom Baum der Erkenntnis gegessen haben, was dazu führte, dass wir alle nicht im Garten Eden leben dürfen, was auf die Dauer aber ohnehin etwas eng geworden wäre. Nun stellt sich aber die Frage, woher wir wissen, dass es ein Freitag war … „Liebes Tagebuch, heute ist Freitag und die Eva hat mir vorhin eine tolle Frucht mitgebracht. Blöderweise war sie vom Baum der Erkenntnis, von dem wir ja nichts essen sollten. Ich hoffe mal Gott wird nicht ganz so sauer auf uns, der Garten Eden ist nämlich echt eine nette Wohngegend. Bis morgen, dein Adam.“

Dieter Schütz  / pixelio.de

Dieter Schütz / pixelio.de

Danach wurde es ein wenig ruhiger um den fünften Wochentag, bis dann Jesus an einem Freitag gekreuzigt wurde. Für alle Anhänger seiner Kirche sicher kein Tag zum Jubeln, obwohl es Leute gibt, die schlechter dran waren als er, denn der Heiland konnte immerhin nach drei Tagen wiederauferstehen. Vielleicht hätte er ja beim Einladungen verteilen, um mit seinen Aposteln Brot zu essen und Wein zu trinken, vorsichtiger sein sollen. Dann hätte sich die Zahl der Teilnehmer, dieser eigentlich ganz netten Runde, nämlich nicht auf 13 Personen belaufen. So fiel ihm das Missverhältnis erst in letzter Minute auf und Judas musste wieder gehen. Kein Wunder, dass der sauer war und sein ehemaliges Idol bei den jüdischen Pharisäern anschmierte. Damit war Judas raus aus der Gang und ein Ketzer, auch wenn die eigentliche Bedeutung gar keine Irrgläubigkeit impliziert, aber dazu vielleicht ein anderes Mal ausführlicher.

Ähnlich erging es den Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosalemitanis, hierzulande vielleicht besser bekannt als Tempelritter. Denn auch ihnen wurde Ketzerei unterstellt, gepaart mit Homosexualität im 14. Jahrhundert eine wahrlich gefährliche Kombination. Dieser Meinung war auch Philipp IV. von Frankreich und verschickte versiegelte Brief an alle „Dienststellen“ in Frankreich, die erst am 13. Oktober 1307 geöffnet werden sollten. Das war übrigens zufällig ein Freitag. In den Briefen befanden sich Haftbefehle für alle in Frankreich lebenden Tempelritter, die dieses gut durchorganiserte Kommandounternehmen aus heiterem Himmel traf. Wahrlich ein schwarzer Tag für den Orden. Aber mal ehrlich, was ist das denn für ein König, der sich Philipp der Schöne nennen lässt, was gegen Schwule hat und dann zu solchen Mitteln greift.

Aberglaube hin oder her, bis jetzt lief der Tag eigentlich ganz gut, mal abgesehen davon, dass ich supererkältet bin, aber um dem Tag auch was Positives abzugewinnen, habe ich heute auch frei und kann mich auskurieren, nachdem ich mehr oder weniger erfolgreich zwei Klassenfahrten innerhalb von drei Wochen hinter mich gebracht und überlebt habe.

Was haben doch die Italiener für ein Glück, denn bei ihnen ist ein Freitag der 17. ein Unglückstag. Damit sind sie erst im Januar 2014 wieder dran, während wir im Dezember noch einmal das Vergnügen haben. Es kommt übrigens rein statistisch ein bis drei Mal in einem Jahr vor, dass der 13. des Monats auf einen Freitag fällt.

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Wenn es Teleporter gäbe …

gnubier  / pixelio.de

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Auf der Rückfahrt von einem Festival standen wir zu fünft im Auto bei brüllender Hitze im Stau und philosophierten über die Vorteile und Nachteile von Teleportern.

Wenn es Teleporter gäbe, könnte man sich aus dem Auto jetzt direkt nach Hause beamen. Oder lieber gleich vom Festival, zusammen mit dem ganzen tollen Equipment, dass man vorher mit hingebeamt hat, damit das Bier und das Grillzeug immer kalt ist und damit man super entspannt dort feiern kann. Ein Teleporter würde auch helfen, wenn das Camp weit weg vom Dancefloor ist, dann kann man sich direkt auf den Mainfloor beamen und später wieder zurück und würde sich nicht dauernd verlaufen. Vielleicht würde man sich dann aber auch vom heimischen Sofa direkt auf den Mainfloor beamen und dadurch all die lustigen Situationen im Camp verpassen und ebenso die vielen witzigen Begebenheiten mit fremden Menschen bei Verlaufen auf dem Rückweg.

Praktisch wäre es aber auf jeden Fall, sich zur Arbeit beamen zu können, das würde der Globalisierung ganz neue Möglichkeiten eröffnen, denn dann ist es völlig egal, ob man in Deutschland wohnt und in Brasilien einen tollen Job hat. Man könnte sich auch von überall her in kürzester Zeit Essen liefern lassen, egal auf was man Lust hat, denn das könnte ja schnell hergebeamt werden. (Dieser Gedanke hat uns auch die Vor- und Nachteile von Replikatoren und Holodecks erörtern lassen, was an dieser Stelle nicht vertieft werden soll.)

Wenn jemand einen Unfall hätte, könnte man ihn direkt ins Krankenhaus beamen und ihm schneller die Hilfe zuteil werdnen lassen, die er braucht. Wenn man seine Hausaufgaben oder das Sportzeug vergessen hat, kann man es schnell mal holen und außerdem könnte man sich noch mehr Termine dichter hinter einander legen, weil ja das lästige Fahren oder Laufen zwischen den Terminen entfallen würde. Der perfekte Mord wäre leicht zu realisieren, denn man kann sich an den Ort des Verbrechens hin und die Leiche danach wegbeamen, in den Mariannengraben oder auf den Mond. 😉

Die Frage wäre ja, ob man sich dann an jeden Punkt einfach so beamen könnte oder ob es Beamstationen gäbe, die man sich nur leisten kann, wenn man reich ist. Könnte sich jeder an einen beliebigen Punkt beamen, könnte es ja auch passieren, dass zu ungünstigen Zeiten Menschen in heimischen Wohnzimmer stehen, die man da grad gar nicht haben will. Also müsste es dann wiederum Vorrichtungen zur Beamabwehr geben, wenn man das grad gar nicht möchte. Eine andere Variante wären öffentliche Beamstationen, zu denen man geht, um sich woanders hin beamen zu lassen. Braucht jedes Mietshaus dann seine eigene oder reicht eine für den ganzen Block? Wer besonders begütert ist, könnte sich ja sonst auch eine eigene anschaffen, wenn er möchte.
Eine andere Frage wäre, ob nur selbstbestimmtes Beamen möglich ist oder ob man auch ungewollt gebeamt werden kann. Letzteres hätte schon diverse Nachteile, denn die Polizei könnte bei Demonstrationen die Demonstranten einfach in alle Winde zerstreuen, indem sie irgendwo hingebeamt werden.

Ihr seht schon, es ist gar nicht so einfach mit dem Für und Wider in Sachen beamen und wenn es denn mal erfunden wird, dann liegt noch jede Menge Arbeit vor uns, die ganze Sache so sicher zu gestalten, damit nicht jeder damit Unfug anstellt. Denn die Idee nervige Schüler aus der Klasse temporär auf ein Kartoffelfeld zu beamen klingt ja ganz charmant, aber was wenn die Schüler dann eben mal die nervige Lehrerin auf eben das Kartoffelfeld beamen, wenn die grad die Mathearbeit schreiben lassen will. 😉

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Nur Nummern im Bildungssystem

Grey59  / pixelio.de

Grey59 / pixelio.de

Es war einmal eine Schule, in einem Stadtteil, der herkömmlicherweise als Brennpunkt bezeichnet wurde.1 Es gab sie schon seit vielen Jahren und unter ihrem Dach waren verschiedene Schulformen untergebracht, die mehr oder weniger gut miteinander harmonierten. Eines Tages kamen ein paar Politiker auf die Idee, dass es an der Zeit für Veränderungen in der Schullandschaft sei und propagierten die Vorteile von Gemeinschaftsschulen. „Mehr Bildungsgerechtigkeit, weniger Selektion, längeres gemeinsames Lernen …“. Das stieß bei einigen Lehrer und Schuleitern in der besagten Schule auf offene Ohren, denn ihnen waren die Schubladen, in die die Schüler schon mit zehn Jahren gesteckt wurden, ein Dorn im Auge. Also machten sie sich auf den Weg, eine Gemeinschaftsschule zu werden. Da es sich für den Stadtteil eignete und die Entscheider in Ministerium und Schulamt auch davon begeistert schienen, legten sie noch einen drauf und wurden zur gebundenen Ganztagsschule – wenn dann richtig!

Die nächsten vier Jahre waren sehr anstrengend für alle, denn irgendwie war alles jetzt anders. Die Realschullehrer wunderten sich über die nicht so schlauen Schüler, die Hauptschullehrer über die schlaueren Schüler und alle über die langen Tage, denn da war nix mehr mit ‚vormittags Recht haben und nachmittags frei‘. Weiterlesen

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Administration der Technik in der Schule oder der Wahnsinn hat kein Ende

Marco Görlich  / pixelio.de

Marco Görlich / pixelio.de

Manchmal hat man so Schlüsselerlebnisse, die einem die Absurdität mancher Dinge sehr deutlich vor Augen führen. Falls KollegInnen von mir diesen Artikel lesen und sich hier oder da wiedererkennen, dann solltet ihr euch bitte nicht angegriffen oder bloßgestellt fühlen. Sicherlich gibt es viele Sachgebiete auf denen ich ein absoluter Blindgänger bin und das hier mit einem Augenzwinkern aufzuschreiben, ist meine Art den mit der administrativen Arbeit eingehenden Strass abzubauen. 😉

Zurück zum heutigen Schlüsselerlebnis. Gestern und heute waren bei uns Projektprüfungen der 9. Klassen. Schülergruppen von drei bis fünf SchülerInnen hatten sich ca. zwei Monate mit einem Thema ihrer Wahl beschäftigt, eine Hausarbeit im Rahmen von fünf bis zehn Seiten angefertigt, sich auf eine Präsentation vorbereitet und etwas Praktisches zu ihrem Thema angefertigt. Ich stehe also ganz entspannt in meiner achten Klasse, mitten in der zweiten Stunde, als eine leicht aufgelöste Kollegin in meinen Klassenraum kommt und mich bittet, mit in den PC-Raum zu kommen, da ließe sich eine Präsentation nicht öffnen. Die Klasse versprach lieb zu sein und weiter zu arbeiten, wir gingen quer durchs Gebäude zum besagten Raum und trafen dort auf zwei weitere ratlose Lehrer und eine Dreiergruppe Mädchen, die fürchterlich aufgeregt waren und Angst hatten, dass die Präsentation jetzt weg sei. Im PC-Raum qualmten Räucherstäbchen, ein dicker Buddha stand auf dem Tisch, was mich im erste Moment irritierte. Ich versuchte alle Anwesenden zu beruhigen und blickte auf den Bildschirm des Laptops. Schullaptop, ich hatte ihn eingerichtet. Im Dateimanager sah ich den Inhalt eines Ordners auf einem USB-Stick angezeigt. Zu sehen war ein weiterer Ordner, zwei Textdateien und eine präsentation.pptx. Rechtsklick, mit OpenOfficeImpress öffnen und tada, ein weiterer Buddha lächelt von der Beamerleinwand auf mich herab. WTF, und was ist jetzt das Problem? Die Anwesenden sind erleichtert und bedanken sich überschwänglich bei mir – ich bin verwirrt. Ich war jetzt tatsächlich einmal durch das ganze Gebäude gelaufen und habe meine Klasse unbeaufsichtigt gelassen, um eine auf dem Bildschirm sichtbare Datei zu öffnen? Mkay.

Ich will ja nicht behaupten, dass die technische Infrastruktur in unserer Schule besonders transparent und verständlich ist und das es einem Laien zuzumuten ist, dass er weiß, was durch mich direkt beeinflussbar ist und was nicht. Ein schönes Beispiel dafür ist die Beschwerde einer Kollegin. Sie mokierte sich darüber, dass die Seite, auf der sie ihre Mails abruft, jetzt völlig anders aussehe und sie sich nicht mehr einloggen könne. Ich solle das doch bitte rückgängig machen. Der Provider unserer Schulhomepage und Dienstamailadressen hatte seine Seite gerelauncht und der Einloggbutton war jetzt nicht mehr links oben in der Ecke, sondern rechts. Hmm, sorry, was machen kann ich da nicht, denn das Risiko mich auf deren Server zu hacken und ein altes Backup wieder einzuspielen, ist mir dann doch zu groß, mal abgesehen davon, dass das auch meine Skills übersteigt. Manchmal wünscht man sich da schon ein ganz kleines bisschen mehr technischen Sachverstand, das würde sicherlich einiges erleichtern und mich vor allem nicht so oft konfus zurücklassen, mit diesen dämlichen ?Fail?-Gesicht.

Aber administrieren hat auch gute Seiten. Netzwerkdrucker sind eine großartige Erfindung. Vor allem wenn sie in Lehrerstationen oder Klassenräumen stehen. Da kann man doch mal eben an mehrere Drucker den Klassiker „Eine Kuh macht muh, viele Kühe machen Mühe.“ senden und dann abwarten was passiert. Einer davon steht in meine Klassenraum und als ich zwei Stunden später wieder in der Klasse bin, zeigt ein Junge einem anderen den Zettel und findet das ziemlich lustig. 😉 Vielleicht sollte ich noch mehr Drucker ansteuern und in unregelmäßigen Abständen Botschaften zur Hebung der Arbeitsfreude verbreiten.

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7. Klässler und die Landtagswahl SH

Gerd Altmann  / pixelio.de

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Mit SchülerInnen über Politik zu reden, ist ja immer sehr spannend, vor allem wenn sie auch was dazu zu sagen haben. Heute musste ich jedoch lernen, dass sie es eher langweilig finden, sich wie von den didaktischen Handreichungen von juniorwahl empfohlen näher mit den Spitzen- und Wahlkreis-KandidatInnen zu beschäftigen und dass das auch schnell das Bild verdrehen kann, weil sie die Leute nach ihrer Recherche einfach nicht so toll finden. Manchmal sind die Gründe aber auch ganz interessant, die dazu geführt haben.

Doch von Anfang an, es geht hier um eine 7.Klasse, die aus Deutschland, Russland, Polen, Kirgisien, Kosovo, Irak und Libanon kommen. Einige von ihnen sind politisch gut informiert bzw. bringen aufgeschnappte Themen mit in die Schule und wir reden häufig darüber. Oft ist es sehr interessant, welche Sichtweisen sie von zu Hause mitbringen, wo andere Fernsehsender gesehen und andere Zeitungen gelesen werden. Vor allem die muslimischen männlichen Schüler überraschen mich immer wieder mit ihren offenen und liberalen Ansichten, die durchblicken lassen, dass sie die Konventionen ihrer Heimatländer als zu streng und veraltet empfinden.

In Bezug auf die Dinge, die eine Partei versprechen und dann auch umsetzen sollte, das für die Menschen im Wahlkreis Kiel-West wichtig ist, kamen schnell gute Ideen zusammen:

  • mehr kostenfreie Angebote im Stadtteil für Jungen und für Mädchen
  • ein Schwimmbad in Stadtteil
  • Ausbau der Ganztagsangebote in der Gemeinschaftsschule, „AGs mit Leuten, die auch was drauf haben und coole Sachen mit uns machen“
  • Keine größeren Klassen als wir jetzt haben (22 Schüler in der Klasse)
  • besseres Essen in der Mensa
  • bessere Wohnbedingungen (keine vollgeschmierten Treppenhäuser, demolierte Fahrstühle und reudige Hinterhöfe)
  • Angebote von Bürgern, sich einzubringen mehr annehmen („mein Onkel wollte das Treppenhaus streichen, weil alles vorgeschmiert war. Da hat er Hausmeister gefragt, ob der Farbe gibt und mein Onkel streicht, ohne Geld dafür zu nehmen. Aber Hausmeister hat gesagt, geht nicht so.“)
  • Wer arbeiten geht, sollte soviel verdienen, dass es für die Familie reicht.
  • Wer länger Ausbildung macht, soll auch mehr verdienen, als die mit weniger Ausbildung, aber besonders Leute, die sich um Kinder kümmern, wie Erzieher und Sozialpädagogen sollten soviel verdienen wie Lehrer.

Als wir uns mit dem Wahlrecht seit 1850 bis jetzt im deutschsprachigen Bereich beschäftigten, waren sie überrascht, dass es Zeiten gab, in denen die Stimmen der Reichen mehr galten als die der Armen und empfanden es als sehr ungerecht. Eine Quelle besagte, dass es zu Zeiten des Dreiklassenwahlrecht da eine Gewichtung von bis zu 17 zu 1 gab, das würde bedeuten, dass in unserem Klassenrat einer fast die gesamte Klasse überstimmen könnte – wie ungerecht. Auch das Frauen nicht wählen durften, war in ihren Augen völlig inakzeptabel. Auf meine Frage, wie das denn in ihren Heimatländern wäre, erfuhr ich, dass in Irak Frauen nur in manchen Orten wählen dürfen. Es stellte sich aber schnell heraus, dass das nicht von gesetzeswegen so ist, sondern dass „die Männer es ihnen nicht erlauben. … Die müssen sich da auch verkleiden, wenn sie auf die Straße gehen wollen, sonst kriegen die voll Ärger und werden geschlagen.“ Auch die Tatsache, dass Wahlen nicht immer regelkonform ablaufen, brachten sie recht schnell in den Kontext Putin in Russland, „der ja auch immer bei Wahlen schummelt, damit er gewinnt.“

Ihrer Meinung nach ist es gut und wichtig, dass Wahlen ablaufen, wie sie das bei uns hier tun. Bei der Frage, ob 16-jährige schon den Landtag oder Bundestag wählen sollten, gingen die Meinungen auseinander, einige hielten sich in 2-3 Jahren noch nicht ausreichend reif, um „richtig“ zu wählen. Dieser Haltung begegnete ich auch wieder, als wir die Kandidaten der Parteien aus Schleswig-Holstein unter die Lupe nahmen. Vor allem bei den Kandidaten der Piraten, Torge Schmidt und Alexander Bühner, gab es immer wieder Bemerkungen, dass die „viel zu jung seien, um richtig Politik zu machen“. Auch waren sie ihnen zu wenig vorbildhaft, weil im Facebookprofil und auf der Webseite stand, dass sie Computerspiele spielen und Bilder veröffentlich waren („Die kann jeder sehen Frau Richter, ich bin nicht mal mit dem befreundet!“), die ihrer Meinung nach nicht politikerlike sind. Aber Webseiten können sie bauen die Piraten, die sind zwar nicht wirklich bunt, aber „voll übersichtlich, da findet man alles über die Leute und so.“ Gepunktet haben die Piraten auch ganz klar mit der Idee, dass Busfahren nichts kosten sollte. „Geil,dann is schwarzfahren ja gar kein schwarzfahren mehr.“ Aber: „wie sollen dann die Busfahrer und das Benzin für die Busse bezahlt werden?“ und „das ist ja traurig für die Kontrolleure, die dann arbeitslos werden“.

Die Gruppe CDU tat sich schwer zu verstehen, was das eigentlich für eine Partei ist und was die wollen und die Kandidaten, Jost de Jager und Kristina Herbst waren für sie auch nicht so richtig greifbar. „Irgendwie hat dieser Jost de Jager voll ein auf Schleimer gemacht, weil der den Jugendbauerhof besucht hat, was soll den sowas, sollen die Kinder zu Hause erzählen, dass der toll ist und die Eltern den wählen sollen?“ Schwierig war auch, was das „christlich“ im Parteinamen zu bedeuten hat … „sind die jetzt für oder gegen Ausländer?“, „haben die was gegen Muslime, weil die ja christlich sind?“ und was hat das mit den christlich, konservativen Werten auf sich. Wir kamen auch auf das Betreuungsgeld zu sprechen und das hielt die Klasse quasi einstimmig für großen Mist. „wie dumm ist dass denn, dann lassen die Eltern ihre Kinder doch lieber zu Hause und die lernen dann erst deutsch, wenn sie in die Grundschule kommen“, argumentierte ein irakischer Schüler. „die Kinder von den armen Familien können doch im Kindergarten viel bessere Sachen machen als mit ihren Eltern, weil die ja nicht soviel Geld haben für Schwimmbad, Kino und so.“ Dann doch lieber kostenlose Kita-Plätze für alle Familien, egal wie viel Geld die verdienen.

Dann hörten wir heute noch die Gruppe SPD. Völlig unverständlich fanden sie es, dass keiner die beleidigenden Kommentare zu Torsten Albigs Bildern auf dessen Facebookprofil löscht und man die Spamer gewähren lässt (übrigens zwei Schüler anderer Schulen, die sich lustig abwechseln und scheunentoroffene Profile haben ;)) An Themen sind angekommen: Bildung fördern, Umwelt schützen, Atomkraftwerke weg – Windkraft her. Die Lieblingsland-Kampagne empfanden sie doch eher wieder als schleimen. Wahlkreiskandidat Jürgen Weber war nicht so spannend für sie, da half auch nicht, dass er Kapitän des FC Landtag ist.
Leider haben wir vor der Wahl jetzt nicht alle Partei-Arbeitsgruppen hören können, aber das holen wir dann nächste Woche nach, denn es bleibt spannend, zumal ja noch der Kandidat auf dem Plan steht, der direkt für Bildung verantwortlich war und sein Parteikollege, der schon zum dritten Mal verheiratet ist und in einem Interview sagte, dass er gern flirtet – mal sehen wie das gewertet wird.

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Das Dilemma der Schulen – Zufall oder Kalkül?

In einigen Teilen der Bevölkerung hält sich nachhaltig die Ansicht, dass „die da oben“ gar nicht daran interessiert sind, Verbesserungen zu schaffen. Das gilt in unserem Bundesland vor allem auch in der Bildungspolitik. es liegt einiges im Argen, aber die Lösungen kommen nicht auf den Weg. Da kann man sich schon Fragen, ob dies  so gewollt ist oder ob die Probleme nicht im ausreichenden Maße gesehen und kommuniziert werden.

Fortbildungen sind gut, denn durch sie hat man nicht nur die Möglichkeit sich neues Wissen im eigenen Fach oder Strategien für den täglichen Umgang mit Schülern anzueignen, sondern man kommt auch ins Gespräch mit Kollegen. Oft drehen sich diese Gespräche um die Situation an den verschiedenen Schulen in unserem Land und leider allzu oft hört man nicht viel Positives. So ist die Unterrichtsversorgung in manchen Fächern sehr unterschiedlich und entspricht nicht in allen Fällen den Vorgaben der Kontingentstundentafel. Diese Stundentafel regelt, wie viele Stunden welchen Faches pro Jahrgang erteilt werden sollen. Die Abweichung von diesen Stundenvorgaben ist natürlich keine böse Absicht der jeweiligen Schulleitungen. Oft sind einfach nicht genügend Lehrer vorhanden, die das entsprechende Fach unterrichten können und das nicht nur in bekannten „Mangelfächern“ wie Physik oder Französisch, sondern mittlerweile gibt es sogar Schulen, an denen es keine Geschichtslehrer mit Fakultas (geprüfte Unterrichtsbefähigung) mehr gibt. Das bedeutet, dass an der jeweiligen Schule keine Lehrer existieren, die das Fach Geschichte tatsächlich studiert haben. Also wird fachfremd unterrichtet was das Zeug hält, was selten von Vorteil für alle Beteiligten ist. Die Kollegen, die von einem auf den anderen Tag ein ihnen unbekanntes Fach unterrichten sollen, sind den Schülern oft nur zwei Seiten im Buch voraus und zeitlich kaum in der Lage, fachspezifische, didaktische und methodische Überlegungen über das neue Fach anzustellen. Ihnen fehlt also das entsprechende Handwerkszeug, Stunden des besagten Faches so vorzubereiten, dass die Schüler in den Genuss eines fördernden und fordernden Fachunterrichts kommen können, bei dem die Lehrplan-Vorgaben in die Unterrichtsvorbereitungen einbezogen werden. Wie ansprechend der Unterricht in diesen Stunden dann aussieht kann man sich sicherlich vorstellen. Weiterlesen

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Deutschland vs. Türkei

In der letzten Woche dominierte kaum ein Ereignis so sehr die Medien, wie das am vergangenen Freitag stattfindende Fußballspiel Deutschland gegen Türkei. Der schon während der WM fast gebetsmülenartige Lobgesang auf die junge deutsche Mannschaft, die so herrlich multikulti ist, wurde wieder angestimmt und es fand allerlei mediales Drumherum statt.

Noch vor nicht so langer Zeit quollen die Medien förmlich über von Pro und Contra Darstellungen zu den Sarrazin Thesen, die alles andere als ausländerfreundlich waren und vor allem eine gescheiterte Integration zum Thema hatten. Solch konträr diskutierte Aussagen eignen sich blendend für Schlagzeilen, Auflagezahlen und Einschaltquoten, denn jeder Medienkonsument hat seine eigene Meinung dazu und sieht sie nur allzu gern bestätigt. Ebenso gern regen sich die Rezipienten der medialen Vielfalt jedoch über die Meinungen anderer auf, so dass allen gedient war und die Nutznießer der Verkaufszahlen und Einschaltquoten sich lächelnd zurück lehnen konnten. Egal ob ein konstruktiver Dialog über die abartigen Thesen Sarrazins zustande kam, Hauptsache alle Beteiligten verdienen gut daran. Weiterlesen

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90er Jahre Party – Nostalgie oder Wahnsinn?

Nostalgie ist schon was Komisches und treibt Leute zu den seltsamsten Dingen an. Wenn man auf eine Party geht, die mit dem Titel „90er Jahre Trash Camp“ wirbt, sollte man entsprechende gewappnet sein, denn die Aussicht auf einen solchen Abend bringt allerlei Seltsamkeiten zutage.

Um sich auf eine solche Party adäquat vorzubereiten, musste wie in den guten alten 90ern ordentlich zu Hause vorgeglüht werden. Nach langer Diskussion, welches Outfit den 90ern gerecht werden würde, herrschte keine Einigkeit. Vor Ort sah man dann jedoch sämtliche Spielarten des schlechten Geschmacks herumlaufen, die von technoliken Plastiktütenoberteilen bis zu pinken Stumpfhosen und Hemden reichte, die eher in die 70er denn in die 90er gepasst hätten. In der Vermutung, es würde dort vor allem Publikum aufschlagen, dass die 90er schon aktiv erlebt hatte, sah man sich auf der Party nicht bestätigt, denn so mancher schien eher die 90er in seinem Geburtsjahr zu haben. Das tat der guten Laune der Betreffenden jedoch keinen Abbruch und sie feierten und tanzten, als gäbe es kein Morgen mehr. Weiterlesen

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Schulanfang in Schleswig-Holstein

Dieser Tage ist die Aufregung in vielen Haushalten Schleswig-Holsteins besonders groß, denn viele Kleine und Große haben ihren ersten Schultag. Ob ABC-Schützen oder diejenigen, die zu weiterführenden Schule wechseln, eines haben sie gemeinsam, es kommt viel Neues auf sie zu und nur selten können sie abschätzen, was sie nun für die kommenden Jahre erwartet.

Alle Jahre wieder – kommt nicht nur der Weihnachtsmann – sondern kommen auch viele neue Kinder in die Schule. Bei uns in Schleswig-Holstein sind es in diesem Jahr 24.000 neue ABC-Schützen, die ihren ersten Schultag haben. Doch warum nennt man diese eigentlich so, die Schule ist ja schließlich kein Ballerspiel, in dem man wehrlose Pixelbuchstaben abknallt. Den Begriff ABC-Schütze gibt es schon seit dem 16.Jahrhundert und setzt sich aus ABC, das für das Lernen der deutschen Sprache steht und dem Wort Schütze, das ursprünglich Anfänger oder Neuling bedeutete zusammen. Damit sind die ABC-Schützen das, was sie nun mal sind, Neulinge im Erlernen der deutschen Schriftsprache. Die meisten von ihnen freuen sich sicherlich auf ihren ersten Schultag, gibt es doch an dem, neben all den neuen Eindrücken, Heften, Büchern und Lehrern auch die Schultüte. Die gibt es noch gar nicht so lange, denn sie wurde erst im späten 19.Jahrhundert eingeführt und man hat sich diesen Brauch von den Juden abgeschaut, denn dort bekamen die Kinder zu Beginn ihres Schullebens ein süßes Buchstabengebäck geschenkt, getreu nach dem Psalmenwort: „Dein Wort ist in meinem Munde süßer als Honig.“. In manchen Gegenden Deutschlands ist auch der Begriff Zuckertüte geläufig. Mittlerweile verkommt auch diese Tradition zu einem Kommerzzirkus, denn man kann von der Hello Kitty, über die Spongebob und Star Wars Schültüte viele weitere Merchandiseartikel kaufen. Das bietet Eltern auch eine gute Gelegenheit ihr Kind im Sinnes des Konsum gleich von Anfang an adäquat auszurüsten und gleich die ganze Serie vom Sportbeutel bis zum Radiergummi zu kaufen. Weiterlesen

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Mein erstes BarCamp

Manche Leute fahren ein Wochenende an den Ballermann, anderen auf Festivals, ich war am Wochenende beim ersten Kieler BarCamp. Noch vor wenigen Monaten wusste ich nicht einmal was das ist und hätte wohl vermutet, dass es was mit trinken und campen zu tun hat.

Dem ist jedoch nicht so, denn bei einem BarCamp treffen sich Menschen, die sich für die verschiedensten Themen der wunderbaren Welt der Computer interessieren. Ob Programmierer, Linuxfreaks oder Social-Media-User, alle finden dort Gesprächspartner und mehr oder weniger viel neuen Input. Das Ganze ist kostenlos und wird gelegentlich auch als Unkonferenz bezeichnet, denn zu verschiedenen Zeiten laufen Sessions zu verschiedenen Themen parallel in verschiedenen Räumen ab und man hat als Teilnehmer jede Stunde wieder aufs Neue die Qual der Wahl, welches Thema in dieser Stunde das spannendste ist.

Nach zu langem Überlegen, ob ich mich anmelden soll oder nicht, war es eigentlich schon zu spät, denn die Teilnehmerliste war mit 130 angemeldeten Personen schon voll. Also setze ich mich zwei Tage vor Beginn auf die Warteliste und erfuhr am Vorabend, dass ich nachgerückt war und mit dabei sein durfte. Soweit so gut, also fuhr ich am Freitagmorgen ins Wissenschaftszentrum auf dem Kieler Campus und traf im Foyer bereits die ersten bekannten Gesichter, denn ein Teil der Fördeflüsterer-Redaktion gehörte zum Orga-Team. Dank guter Vorbereitung gab es für alle Teilnehmer kostenloses Frühstück mit jeder Menge Kaffee. Bekanntlicherweise lernt man beim Käffchen am besten Menschen kennen, so kam ich mit dem einen oder anderen Teilnehmer ins Gespräch, der sich bei näherem Kennenlernen als sehr unterhaltsam herausstellte. Weiterlesen

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