Verrohte Jugend

fadenkreuzEs gab in der letzten Woche einen Amoklauf – schon wieder. Es war wieder eine Schule, wieder ein kleiner beschaulicher Ort und wieder ein junger Mann, der Amok gelaufen ist. Man liest dieser Tage viel in den verschiedensten Medien über diese Tat und es werden immer mehr Details bekannt, die eigentlich eher das sich mittlerweile verfestigende Täterprofil bestätigen. Wo früher die großen Tiraden über Killerspiele und Schützenvereine folgten, stehen nun immer wieder die gleichen Worte – übermäßiger Hass auf die Menschen, Außenseitertum, Ausgegrenztsein und Frust über die ungerechte Behandlung durch die Umwelt. Weiterhin muss man einen entsprechenden Hass auf die Institution Schule vermuten, denn Amokläufe passieren nicht in Diskotheken oder Einkaufszentren, wo sich der Durchschnittsjugendliche sehr gern aufhält, nein es sind immer wieder Schulen.

Das Besondere an dieser Tat war die Waffenwahl, denn der Täter griff zu eher ungewöhnlichen Waffen. Mit Molotov-Cocktails, Messern, Beil und Hammer bewaffnet, kam er in seine Schule und verletzte mehrere MitschülerInnen zum Teil schwer. Damit ist er eine Ausnahmeerscheinung in der Reihe der deutschen Amokläufer, die sich stets auf Distanzwaffen verlassen hatten. Die Ermittler haben den PC des Jugendlichen durchsucht und viel Aufschlussreiches gefunden, das jetzt nach und nach bekannt wird, doch sogenannte Killerspiele, Horror- oder Gewaltfilme waren nicht dabei. Das soll doch immer der Auslöser für solch martialische Fantasien sein. Was hat ihn dazu gerieben sich so auszurüsten?

Er soll viel geschrieben haben, doch das scheint als Ventil nicht ausgereicht zu haben. Über 80 Seiten sollen die Ermittler gefunden haben, diese sollen nun das Seelenleben des jungen Mannes erhellen, der davon berichtet in früheren Jahren verprügelt worden zu sein, ohne dass ihm einer seiner Mitschüler zu Hilfe gekommen ist. So etwas kann frustrieren, wird aber auch tagtäglich von vielen Kindern und Jugendlichen erlebt und nicht alle davon laufen Amok.

Was treibt diese jungen Menschen zu solchen Taten? Alle Welt scheint ratlos, doch wird es Zeit die Zeichen eines solchen Ausrastens früher zu erkennen, denn in letzter Zeit häufen ich die Vorfälle. Dieses Mal hat der Täter überlebt und kann befragt werden, was bei den vorangegangene Fällen nicht möglich war. Was wird dabei ans Licht kommen?

Kann eine entsprechende Prävention tatsächlich erfolgen oder ist unsere Gesellschaft an sich eigentlich daran Schuld? Warum gibt es Amokläufe nicht an Hauptschulen in sozial problematischen Großstadtteilen? Es sind immer kleine, scheinbar nette Orte, in denen die Welt noch in Ordnung scheint. Es sind immer Gymnasien. Es sind immer Familien, die den Ruf haben gut zu funktionieren. Und es sind immer junge Männer, die scheinbar ganz allein in dieser schönen, heilen Welt nicht weiter wissen. Was fehlt ihnen und wie kann man es ihnen geben?

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