Investitionen in die Zukunft

Vorab gesagt, die Beobachtung von Finanzentwicklungen und ökonomischen Kreisläufen gehört nicht zu meinen erklärten Hobbythemen, deswegen wird den in diesem Bereich besser bewanderten einiges in dieser Kolumne etwas naiv vorkommen. Aber das hindert mich nicht daran einige dilettantische Überlegungen anzustellen, die zumindest einigermaßen historisch durchdacht sind.

Seit Jahrtausenden war die vorherrschende Meinung die, dass es wichtig ist reichlich Kinder in die Welt zu setzen. Damit sollte nicht zuletzt die alternde Generation abgesichert werden, wenn sie selbst nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu versorgen. Diese Tradition konnte man schon bei unseren frühen Vorfahren beobachten, die froh über jeder gesunden  und starken Nachwuchs waren. Dieser konnte dann früh mit auf den Felder helfen und später die alten Eltern versorgen. Soweit so logisch.

Im Laufe der Jahrtausende und Jahrhunderte war das ein gut funktionierendes System, denn die Menschheit bestand ja weiter. Irgendwann regelten kluge Köpfe das zentraler, denn nicht jedes alte Mütterchen hatte noch lebende Nachkommen, da Kriege und andere Widrigkeiten dem Fortbestand von Familien nicht immer zuträglich waren. Deshalb wurden Rentenversicherungen eingeführt, in die man sein Arbeitsleben lang einzahlt, um dann im Alter einigermaßen gesichert leben zu können. Die Kinder taten das genauso und so war für jede alte Generation wiederum genügend Geld vorhanden, das sie absicherte.

Adoption eines Goldesels

Neben den Einzahlungen in diese Rentenversicherung trugen die Familien die Kosten für ihre heranwachsenden Kinder, die – wie jeder, der Kinder hat, nachvollziehen kann – nicht gerade niedrig sind. Ob Kindergartenplatz oder Schule, Markenklamotten oder technische Spielausrüstung, alles kostet jede Menge Geld, das man sich auch sparen kann, aber dann mit dem entsprechend schlechten Gewissen leben muss, seinem Kind nicht die besten Zukunftschancen geboten zu haben. Da die Absicherung durch eine spätere Rente nicht mehr ganz so sicher ist, muss man darüber hinaus auch noch das eigene Alter durch private Modelle absichern. Auch noch soweit nachvollziehbar, denn schließlich ist ja jeder für sich selbst verantwortlich.

Als ich letztens ein Gespräch mit meiner Bankberaterin hatte, eröffnete sich mir jedoch eine Perspektive, die mich in meinem begrenzten Verständnis über finanzielle Absicherung im Alter zum Nachdenken brachte. Sie legte mir nahe, dass ich doch dringend darüber nachdenken solle, in eine entsprechende Altersvorsorge meines Sohnes zu investieren. Der geht zwar erst in bummelig 50 Jahren in Rente, aber man könne nie früh genug damit anfangen, man wolle doch, dass es er im Alter nicht darben muss. Eigentlich sei es in seine Alter fast schon ein wenig spät mit einer derartigen Vorsorge anzufangen, aber besser jetzt als gar nicht. Wenn ich also jetzt jeden Monat um die 30 Euro einzahle, hat er mit seinem Renteneintrittsalter etwa 200 Euro Rente zur Verfügung – ganz sicher.

Hellsehen erwünscht

Mal ehrlich, das ist ganz schön merkwürdig, denn mal abgesehen von der Tatsache, dass besagter Nachwuchs bisher weder einen Schulabschluss noch eine klare Vorstellung von dem hat, was er werden will, ist bis dahin einfach noch enorm viel Zeit. Dachte ich in meiner Naivität. Immerhin hatte ich mich gerade an den Gedanken gewöhnt, seit ein paar Jahren in meine eigene Altersversorge zu investieren. Aber die Eröffnung der Wichtigkeit auch für die kommende Generation konkret vorzusorgen, war mir dann doch eine Nummer zu hoch. Natürlich hat keiner von uns die allwissende Kristallkugel vor sich stehen, um zu wissen ob man sich in 50 Jahren vielleicht nur ein Brot von der besagten Rente leisten kann oder ob diese Summe tatsächlich einen angemessenen Wert hat, aber in unserem Kulturkreis neigt man ja zu einem gewissen vertrauensvollen Sicherheitsdenken.

Wenn ich jetzt also mal hochrechne, dass ich mit Glück bis zu meinem eigenen Renteneintritt noch Uroma werden könnte, sollte ich vielleicht schon mal anfangen für meine eventuellen Urenkelchen entsprechende Rentenabsicherungen ins Auge zu fassen, man weiß ja nie. Und letztendlich will ich mir ja kein schlechtes Gewissen einreden lassen, wenn diese dann am Tag meiner Beerdigung kein ordentliches Frühstück haben.

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Ein Gedanke zu „Investitionen in die Zukunft

  1. Zum Thema, was dein Kind(ca.15) effektiv davon hat, hab ich hier mal ein bischen gerechnet:
    Ich gehe hier von der durchschnittlichen Preissteigerungsrate
    der letzten 50 Jahre aus:

    Es hat noch 50 jahre bis zur Rente.
    Du zahlst 30 Euro pro Monat ein.
    200 Euro soll es pro Monat in der Rentenzeit bekommen.

    Gesamteinzahlbetrag von dir:
    50*30*12 = 18000 Euro
    Wieviele Jahre müsste das Kind leben, um den vollen Betrag ausgezahlt zu bekommen?
    18000/12/200 = 7,5 Jahre

    In den letzten 56 Jahren gabe es einen durschnittlichen Kaufwertverlust von 2,7% pro Jahr.
    154,4 / 56 Jahre -> durchschnittlich 2,7 Prozent pro Jahr Wertverlust

    Wieviel sind 200 Euro in 50 jahren wert?
    2,7% von 200 = 5,4
    200-5,4 = 194,6
    2,7% von 194,6 = 5,2542
    194,6 – 5,2542 = 189,3458

    Nach 50 Jahren, also zum Renteneintritt, bleiben effektiv 50,8946 Euro/Monat.
    Hochgerechnet auf den eingezahlten Gesamtbetrag,
    dauert also nun 18000 / 50 / 12 = 30 Jahre um die Gesamtleistung zu erhalten.
    Das Kind müsste jetzt schon 95 werden.
    Im letzten Lebensmonat gibts dann effektiv 22,39 Euro.

    Im Vergleich zu den versprochenen 200 Euro, die Mensch ja als festgesetzten Wert
    betrachten, bleibt doch relativ wenig am Ende übrig.
    Insgesamt schön zu sehen, das die Banken es doch drauf haben verlustfrei zu rechnen…

    P.S.:
    Die eigenen Lebenseraltungskosten steigen äquivalent um 2,7% pro Jahr.
    Statt 18000 zahle ich so 18486 Euro insgesamt ein.
    Es würde nun 18486 / 50 / 12 = 30,8 Jahre dauern und das
    Kind muss jetzt 95,8 werden.
    Die paar Euros kann man also getrost ausser Betracht lassen.

    Quellen:
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/1/19/Inflation1951-2007.png

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