Zeugnisgespräche

Rainer Sturm / pixelio.de

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Seit dem wir eine Gemeinschaftsschule sind, sind halbjährliche Zeugnisgespräche ein fester Bestandteil unseres Konzepts. Sie finden regelmäßig etwa ein bis zwei Wochen vor den Zeugniskonferenzen statt und dienen der Reflexion über das Arbeits- und Sozialverhalten der Schüler. Dazu treffen sich Schüler, Eltern und Klassenlehrer zu einem halbstündigen Gespräch, auf das sich der Schüler anhand eines Leitfragebogens vorbereitet haben. Im Gespräch steht der Schüler im Mittelpunkt und sollte auch den hauptsächlichen Gesprächsanteil haben. Der Lehrer hakt ggf. nach und stellt Fragen, die dabei helfen sollen, die Schüleraussagen zu konkretisieren oder relativieren. Ein vom Lehrer getipptes Protokoll des Gesprächs bildet dann die letzte Seite des Zeugnisses und ersetzt die sonst allein vom Lehrer formulierten Beurteilungen des Arbeits- und Sozialverhaltens, das sicherlich jeder noch, gespickt mit Phrasen, in Erinnerung hat: „Yenefer ist eine freundlichen und hilfsbereite Schülerin, die im Unterricht gut mitarbeitet und nur gelegentlich durch Zwischenrufe stört ….blablabla.“

Diese Woche waren bei uns mal wieder Zeugnisgesprächstermine und ich hatte 19 Schüler meiner Klasse zusammen mit ihrer Eltern und bei wenigen Ausnahmen mit großen Geschwistern zu Besuch. Es ist für diejenigen, die seit der 5.Klasse bei mir sind nun das neunte Mal, dass ein Zeugnisgespräch stattfindet und im Laufe der Zeit haben sich die Gespräche sehr gewandelt. Bei vielen ist die Aufregung immer noch sehr groß, aber auffällig dieses Mal war, wie erwachsen die meisten geworden waren und wie realistisch ihre Ziele zum Teil geworden sind und wie lächerlich sie ihre Pläne von vor zwei oder drei Jahren sie nun finden.

Es ist auch fast bei allen Eltern jedes Mal wieder schön, sich zu sehen und ich freue mich immer wieder, wie entspannt das Verhältnis zwischen Lehrer und Eltern sein kann. Wenn ich an so manche Klassenlehrerin meines Sohnes denken, ist es undenkbar, dass ich jemals so entspannt mit ihr geplaudert hätte, wie „meine Eltern“ das mit mir machen. Der eine Vater nimmt Anteil an meiner Autokaufodyssee, während der andere mir erzählt, wie die türkischen Medien funktionieren und eine russische Mutter scherzt mit mir herum, dass es bei mir trotz sechs Jahren Russischunterricht nur für „Guten Tag“ und „Wie heißt du?“ reicht. Es ist einfach menschlich und auf Augenhöhe und das finde ich richtig gut.

Auch wenn die Tipperei von 19 mal 10 Antworten für das kommende Wochenende noch vor mir liegt, möchte ich die Zeugnisgespräche nicht missen und freue mich schon ein bisschen auf die nächsten, auch wenn das dann mit einigen Schülern und Eltern die letzten sein werden, da sie ihren Abschluss im Sommer machen.

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Ein Gedanke zu „Zeugnisgespräche

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